Gegen die Infamitäten des Lebens sind die besten Waffen:
Tapferkeit, Eigensinn und Geduld.

Die Tapferkeit stärkt.
Der Eigensinn macht Spaß
und die Geduld gibt Ruhe.

Herman Hesse


Studienfächer können sehr unterschiedliche Anforderungen an die Neigungen, Begabungen und Kenntnisse der Studierenden stellen und die angebotenen betriebswirtschaftlichen Teilgebiete erfordern nicht alle gleichermaßen dieselben Fähigkeiten. Die Spezialisierung "Steuern" beispielsweise setzt weniger eine Begabung und Neigung zur Mathematik voraus als ein Fach wie "Quantitative Methoden". EDV-Kenntnisse sind dagegen bei fast jeder betriebswirtschaftlichen Fächerkombination nahezu unverzichtbar.

Das Fachgebiet Marketing ist sehr stark interdisziplinär ausgerichtet. Die Inhalte kommen aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen, wie Psychologie oder Soziologie. Marketing sollte deshalb nur derjenige als Spezialisierungsrichtung wählen, dessen fachliche Begeisterung stärker ist als bestehende Berührungsängste mit BWL-untypischen Fächern.

In kaum einer anderen betriebswirtschaftlichen Disziplin ist Statistik so bedeutsam wie im Marketing. Statistische Verfahren dienen zur Aufbereitung, Aggregation und Verdichtung von Massendaten, die durch Marktforschungsuntersuchungen über Befragungen, Experimente u.a. gesammelt oder als interne Daten dem betrieblichen Rechnungswesen entnommen werden. Die Analyse von Daten dient der Entscheidungsvorbereitung und Entscheidungsfindung.

EDV-Kenntnisse sind wichtig, weil die Beschaffung, Verarbeitung und Bewertung von Informationen im Marketing einen besonders hohen Stellenwert hat.
Aufbauend auf die im Grundstudium erworbenen Statistik- und EDV-Kenntnisse werden diese in der Spezialisierung Marketing anwendungsorientiert eingesetzt. In der Marketingforschung geht es dabei weniger um eine weiterführende formalstatistische Methodenlehre, als vielmehr um den praktischen Gebrauch verschiedener statistischer Verfahren zur Lösung konkreter Marketingprobleme.

Die Breite des Faches Marketing bedingt, daß man sich zwangsläufig auch mit anderen betriebswirtschaftlichen Gebieten intensiv befassen muß, von denen manche meinen, sie im Grundstudium abgelegt zu haben. Dazu gehört bspw. die Kostenrechnung, insb, die Deckungsbeitragsrechnung. Auch Kenntnisse in Investitions- und Finanzrechnung gehören zu dem notwendigen Rüstzeug eines Marketers.

Englischkenntnisse sind unverzichtbar, weil ein bedeutender Teil der Marketingliteratur in englischer Sprache verfaßt wird. Das "learning by doing" kann hierbei fehlende englische Fachsprachenkenntnisse ersetzen, die nicht vorausgesetzt werden. Die Auseinandersetzung mit englischsprachigen Texten ist aber ein integraler Bestandteil der Marketingausbildung. Die Unternehmenspraxis zeigt darüber hinaus, daß Englisch nicht mehr als Fremdsprache, sondern als zweite “Muttersprache” angesehen wird.

Studieren heißt auch Lesen!
Das Studium der Fachliteratur ist nicht weniger wichtig als der Besuch der Lehrveranstaltungen. In Lehrbüchern kann man in Ruhe wiederholen, was man in Vorlesungen und Seminaren nur flüchtig gehört hat, sie bieten eine systematische und übersichtliche Darstellung eines Stoffgebietes. Hand- und Handwörterbücher ermöglichen es, sich schnell und gezielt über einzelne Begriffe, Sachverhalte und Sachgebiete zu informieren. Monographien ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit bestimmten Spezialgebieten und in Zeitschriftenaufsätzen werden die neuesten Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert.
Das Literaturstudium öffnet den Blick für andere Meinungen, für andere Sichtweisen und für andere Akzente. Erst dadurch bekommt man ein Gespür dafür, dass es auch in der Wissenschaft das Umstrittene, das Vorläufige, das Unsichere gibt. Wer diese Erfahrung macht, wem die Unzulänglichkeit allen Wissens bewusst ist, fasst vielleicht auch eher den Mut, eine eigene Meinung in Referaten und Diplomarbeiten zu artikulieren und – im Berufsleben – eigenständige Problemlösungen zu entwickeln. Die Fähigkeit und den Mut dazu herauszubilden, ist ein wichtiges Ziel des Studiums.

Welche Anforderungen müssen Absolventen erfüllen, um für die Zukunft vorbereitet zu sein?

Die Henkel KGaA hat z.B. einmal sieben wesentliche Merkmale ihres Marketingnachwuchses genannt:
• Standing, Darstellungsvermögen, Überzeugungskraft
• Für Ideen kämpfen können, Mut zum Risiko
• Soziale Kompetenz
• Gespür für Ästhetik
• Mobilität und Flexibilität
• Internationales Profil
• Interkulturelles Einfühlungsvermögen

Diese Eigenschaften lassen sich noch durch einige fachbezogene Fähigkeiten ergänzen, wie bspw:
• Zeit, Geld und Ressourcen richtig einsetzen zu können,
• in Teams zu arbeiten und Kunden zu dienen,
• Informationen zu beschaffen, zu verarbeiten und zu bewerten,
• Technologien im Hinblick auf bestimmte Aufgaben hin einzusetzen.

Neben diesen grundlegenden Fähigkeiten sind auch motivationale Faktoren für den zukünftigen Marketingspezialisten wichtig, und zwar in zweierlei Hinsicht:
• Marketer müssen hoch selbstmotiviert und fähig sein, die Initiative zu ergreifen und ein Projekt bis zum Ende zu führen und
• sie müssen in der Lage sein, auch andere Menschen in einem Team zu motivieren.

Als Student kann man während des Studiums gezielt an der Ausbildung seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten arbeiten:

• Auslandsaufenthalt
Mindestens ein Semester sollte man sich im Ausland aufgehalten haben. Hierfür bietet sich entweder das praktischen Semester an oder das einsemestrige Studium an einer der Partnerhochschulen der Hochschule Lausitz.

• Aktive Mitarbeit in Studenteninitiativen
Die Mitarbeit in Studenteninitiativen verbessert erheblich die späteren Bewerbungschancen. Möglichkeiten, aktiv zu werden, gibt es viele: die Mitarbeit im gemeinnützigen Marketing-Alumni-Verein, bei der Studentenzeitung, dem FHL-Report (Prof. Afflerbach) oder in Gremien der studentischen Selbstverwaltung.

• Teamarbeit
Die Teamfähigkeit wird durch intensive und aktive Mitarbeit in studentischen Teams während des Studiums beim Bearbeiten von Fallstudien und Projekten gefördert.

• Extracurriculare Aktivitäten
Durch Engagements ausserhalb der Hochschule in Vereinen, Verbänden, gemeinnützigen Organisationen, sonst. Initiativen, u.a. kann man ebenfalls gezielt die Teamfähigkeit, Eigeninitiative und Führungsverhalten trainieren.


Berufsaussichten


Die beruflichen Perspektiven für Absolventen der Hochschule Lausitz mit einer Spezialisierung in Marketing sind als gut bis sehr gut zu bezeichnen, wobei dies mehr für die Altbundesländer zutrifft als für die Neuen. In den Neuen Bundesländern ist das Marketingdenken in den Unternehmen leider noch nicht so stark vertreten, wie es für eine erfolgreiche Unternehmensführung notwendig wäre. Das ändert sich aber zunehmend.

Aufgrund der inhaltlichen Breite bietet eine Ausbildung im Marketing vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Handel, Industrie und im Dienstleistungsbereich. Untersuchungen zeigen, daß die Mehrzahl der Hochschulabsolventen mit einer Spezialisierung im Marketing in den Berufsfeldern Produktmanagement, den Vertriebsbereichen des Handels oder im Dienstleistungssektor, z. B. als Kontakter in Werbeagenturen oder als Projektassistent in Marktforschungsunternehmen, tätig ist. Marketingkenntnisse sind aber auch in anderen Einstiegspositionen gefragt, vor allem wer den Beruf in einer Linienposition beginnen möchte.

Die Bedeutung der Wahl der Prüfungsfächer ist für den späteren Berufseinstieg wichtig, zeigt sie doch eine zielgerichtete, den Neigungen und Interessen entsprechende Wahlentscheidung. Eine sinnvolle Fächerkombinationen mit sehr guten beruflichen Einstiegschancen ist bspw. Marketing und Controlling.

Von den zukünftigen Arbeitgebern werden darüber hinaus weitere Zusatzqualifikationen, wie anwendungsorientierte PC-Kenntnisse, Fremdsprachen und Auslandserfahrungen sowie praktische Berufserfahrungen durch Lehre und Praktika positiv gewertet.